piVCCU – Homematic CCU2 auf ASUS Tinkerboard oder Raspberry Pi auslagern

Die CCU2 basiert wie die verschiedenen Minicomputer auch auf der ARM-Plattform, auf der Linux-Distributionen laufen. Dies gilt dann auch für Open-Source-Plattformen wie ASUS Tinkerboard oder Raspberry Pi. Mit den verschiedenen Hardware-Schnittstellen sind diese Systeme deutlich flexibler einsetzbar als die CCU2-Hardware. Außerdem besteht damit die Möglichkeit auf leistungsfähigere Hardware umzusteigen, wenn die Anforderungen steigen. Genau hier setzt auch das GitHub Projekt piVCCU von Alexander Reinert an, welches ich euch in diesem Artikel näher bringen möchte.

Allgemeines und Begriffserklärung

Das piVCCU ist ein Projekt zur Installation der ursprünglichen Homematic CCU2-Firmware in einem virtualisierten Container (lxc) auf ARM-basierten Single-Board-Computern.

Ich beschreibe in diesem Artikel die Auslagerung der CCU2 mit piVCCU auf ein ASUS Tinkerboard. Dadurch ist dann ein Vergleich zum Artikel „RaspberryMatic – CCU2 auslagern auf ein ASUS Tinkerboard“ möglich.

LinuX Container (LXC) bietet dem Anwender die Möglichkeit, Prozesse und Prozessgruppen zu isolieren, indem Kernel-Ressourcen virtualisiert und gegeneinander abgeschottet werden. Mit LXC ist es möglich, entweder ganze Linux-Distributionen oder einzelne Anwendungen in einem Container zu starten. Vergleichbare Konzepte bieten auch Linux-VServer, Jails (FreeBSD) oder Zones (Solaris).

Mit Virtualisieren bezeichnet man das Erzeugen von virtuellen (nicht physischen) Geräten oder Diensten. So ist es beispielsweise möglich ein Betriebssystem innerhalb eines anderen auszuführen.

Nun aber genug mit den Fachbegriffe und zum Projekt bzw. der Installation selbst.

Ziele von piVCCU

  • Die Möglichkeit, CCU2 und andere Software parallel auf einem Gerät auszuführen
  • Verwendung der Original-CCU2-Firmware (und nicht OCCU)
  • So kompatibel wie möglich mit Original CCU2
  • Kompletter Homematic und Homematic IP Support auf allen unterstützten Plattformen
  • Unterstützung für Backup / Restore zwischen piVCCU und original CCU2 ohne Modifikation
  • Einfach zu installieren und zu aktualisieren
  • Unterstützung nicht nur auf Raspberry

Voraussetzungen

ACHTUNG: Einige Modelle des Orange Pi haben eine gedrehte GPIO-Buchse. Weitere Informationen findet ihr in den Anweisungen zur manuellen Installation.

Unterschiede zu RaspberryMatic

Vorteile

  • Parallel zu piVCCU kann noch andere Software auf der gleichen Hardware installiert werden (beispielsweise ioBroker, HomeBridge)
  • Kompletter Homematic IP Support auch auf ASUS Tinkerboard und den unterstützten Orange Pis. (aktuell mit RaspberryMatic nicht möglich)
  • Einfach zu installieren und zu aktualisieren mit „apt“ *2

Nachteile

In RaspberryMatic sind einige Verbesserungen gegenüber der CCU2-Firmware integriert worden. Diese stehen in piVCCU nicht zur Verfügung. Nachfolgend nur ein paar davon:

  • keine schreibgeschützte Root-Partition für mögliche Laufzeitverlängerung stark genutzter SD-Karten
  • keine Unterstützung für den Betrieb als LAN Gateway (HM-LGW-O-TW-W-EU) ohne WebUI und anderer CCU Funktionen
  • bestimmte Beschränkungen bei der Script-Programmierung, welche in RaspberryMatic behoben wurden, bestehen in piVCCU weiterhin (beispielsweise Variablen Begrenzung)

*1   Da auch die Software der CCU2 seit April 2015 für andere alternative Hardware-Plattformen freigegeben wurde und somit Entwicklern und Anwendern frei als HM-OCCU-SDK zur Verfügung steht, erhält der ambitionierte Anwender hier den kompletten Werkzeugkasten für die Realisierung einer individuellen Homematic Zentrale.

*2   APT (Advanced Packaging Tool). APT ist ein Paketmanagement-System. Mit Hilfe von APT ist es sehr einfach möglich, Programmpakete zu suchen, zu installieren oder auch das ganze System auf den neuesten Stand zu bringen.

Fertige SD-Card-Images

Es exisitiert für piVCCU eine sehr einfache Installations-Option über ein fertiges SD-Card-Image. Diese sind identisch mit den ursprünglichen Distributions-Lite- oder Server-Images, haben aber piVCCU bereits installiert.

Hier könnt ihr die Installations-Images herunter laden.

Image auf Micro-SD schreiben

Nachdem ihr die ZIP Datei heruntergeladen habt, müsst ihr die enthaltene Image Datei extrahieren. Um diese Imagedatei auf die SD-Karte zu schreiben, existieren mehrere Möglichkeiten. Ihr könnt für Windows zwischen der Software Win32 Disk Imager  oder Etcher wählen. Für MacOS ist es mit ApplePi-Baker möglich.

Nach dem Erstellen des piVCCU auf der MicroSD-Karte könnt ihr diese in die entsprechende Schnittstelle des Tinkerboards einstecken.


Diese Schnittstelle ist beim Tinkerboard wie beim Raspberry Pi2 mit dem Federmechanismus ausgestattet. Diese Schnittstelle finde ich persönlich besser als die auf der Raspberry Pi3, wo der Hersteller auf die Feder verzichtet hat.

Erster Start piVCCU

Vor dem ersten Start von piVCCU sind die folgenden Punkte durchzuführen:

  • Auf eurer aktuellen CCU2 oder RaspberryMatic müsst ihr einen Backup durchführen. Die Firmware-Versionen sollten dabei die Gleichen sein!

> Startseite > Einstellungen > Systemsteuerung > Sicherheit > Backup erstellen

Hier könnt ihr einen Backup erstellen und später wieder einspielen

Im oben zu sehenden Menü klickt Ihr auf den Menüpunkt „Backup erstellen“. Dieser Vorgang dauert einige Minuten. Die erstellte Backupdatei an einem sicheren Ort abspeichern, um es später auf dem Tinkerboard mit piVCCU einspielen zu können.

  • Die alte CCU2 oder RaspberryMatic an dieser Stelle runterfahren. Spätestens wenn ihr in eurem piVCCU den Backup zurück gespielt habt, muss die alte CCU2 abgeschaltet sein. Es können zwar mehrere CCUs im Netzwerk laufen, aber nicht mit den gleichen Aktoren.
  • Wenn die obigen Punkte erledigt sind und sich die MicroSD-Karte im Tinkerboard befindet, solltet ihr zuerst das Netzwerkkabel einstecken und erst danach den Stecker für die Spannungsversorgung.

Nach dem Einstecken oder Einschalten des Netzteils startet das Tinkerboard. Nach kurzer Zeit ist das System oben und ihr könnt es über euren Router im eigenen Netzwerk finden.

Das piVCCU System lässt sich anschließend über den Link http://homematic-ccu2/ aufrufen.

Aufgrund meiner Erfahrungen könnt ihr auf den Anschluss einer Tastatur und eines Monitors verzichten. Das System startet ohne Probleme und steht nach kurzer Zeit zur Verfügung.

Wichtige Information (System im Netzwerk)

Wenn die Hardware erstmalig startet, bekommt sie in Summe zwei IP Adressen in eurem Netzwerk. Einmal für den Host, welcher unter Raspbian (Raspberry) bzw. Armbian (Tinkerboard) läuft und die zweite für den CCU Container.

Finden könnt ihr die jeweilige IP über euren Router:

Tinkerboard

  • Host läuft im Netzwerk unter dem Namen „tinkerboard“
  • CCU-Container läuft im Netzwerk unter dem Namen „homematic-ccu2“

Anmeldung über SSH auf dem Host mit dem Benutzer „root“ und dem Passwort „1234“. Anmeldung über SSH auf dem CCU-Container mit dem Benutzer „root“ und dem Passwort welches ihr in der WebUI unter Systemsteuerung eingerichtet habt.

Raspberry Pi

  • Host läuft im Netzwerk unter dem Namen „raspberrypi“
  • CCU-Container läuft im Netzwerk unter dem Namen „homematic-ccu2“

Anmeldung über SSH auf dem Host mit dem Benutzer „pi“ und dem Passwort „raspberry“. Anmeldung über SSH auf dem CCU-Container mit dem Benutzer „root“ und dem Passwort welches ihr in der WebUI unter Systemsteuerung eingerichtet habt.

WebUI unter piVCCU

Durch den Aufruf von http://homematic-ccu2/ kommt ihr in die bekannte WebUI Umgebung und solltet gleich feststellen, dass alles sehr viel flotter geht.

Jetzt schon etwas an den Systemeinstellungen zu verändern macht keinen Sinn, weil ihr ja noch ein „leeres“ System vor euch habt. Erst durch den Restore eurer Sicherung ändert sich das.

Die einzige feststellbare Änderung findet ihr unter:

Startseite > Einstellungen > Systemsteuerung > Zentralen-Wartung

Hier könnt ihr sehen, das ihr euch in piVCCU befindet

Datenübernahme von CCU2 oder Raspberry

Völlig unproblematisch ist die Datenübernahme wenn ihr von einer CCU2 Installation kommt. Anders sieht es dagegen bei der Datenübernahme von einer RaspberryMatic Installation aus. Dort werden angepasste Add-Ons verwendet und diese erfordern eine später hier beschriebene Vorgehensweise.


Wenn ihr von der CCU2 kommt

Einfach das Backup, welches wir erstellt haben, im neuen piVCCU auf dem Tinkerboard zurück laden.

Dort unter dem folgenden Menüpunkt

> Startseite > Einstellungen > Systemsteuerung > Sicherheit > System-Backup einspielen

den Backup auswählen.

Hier könnt ihr einen Backup einspielen

Nach dem Restoren und dem Neustart ist der Umstieg auf piVCCU auf einem ASUS Tinkerboard beendet. Ihr werden beim Arbeiten in der WebUI sofort feststellen wie gewaltig der Unterschied in der Geschwindigkeit ist, wenn man vorher auf der CCU2 gewesen ist.

Wenn ihr von einer Raspberry Pi kommt

Dieser Vorgang ist ein wenig komplexer, wenn ihr bereits im RaspberryMatic arbeitet. Dadurch gibt es das Problem, das die AddOns für RaspberryMatic nicht kompatibel mit den AddOns für die CCU2 und piVCCU sind.

Als ersten Schritt ist auch hier das Backup, welches wir erstellt haben, im neuen piVCCU auf dem Tinkerboard zurückzuladen.

Dort unter dem folgenden Menüpunkt

> Startseite > Einstellungen > Systemsteuerung > Sicherheit > System-Backup einspielen

den Backup auswählen.

Hier könnt ihr einen Backup einspielen

Dieser Vorgang wird sehr schnell abgeschlossen sein, weil das Tinkerboard nochmal einen Ticken schneller ist wie die Raspberry Pi3.

Nachdem piVCCU nach dem Restore wieder gestartet ist, müssen wir uns um die eventuell installierten AddOns kümmern.

CCU2 AddOns

Dazu ist als Erstes zu prüfen welche AddOns installiert sind. Bei mir waren das die im folgenden Screenshot angezeigten:

Jetzt müssen die AddOns neu installiert werden, für die eine CCU2 Version existiert. Denn die RaspberryMatic Version funktioniert nicht korrekt. Bitte die installierte Version nicht vorher deinstallieren, denn dann gehen in CUxD alle definierten Geräte verloren.

Notwendige Aktionen für meine AddOns:

  • XMLAPI = keine Aktion notwendig, da die Version für alle Plattformen funktioniert
  • CUx-D = Aktuelle Version für CCU2 neu „drüber“ installiert
  • Programme drucken = Aktuelle Version für CCU2 neu „drüber“ installiert

Testergebnisse

Nachdem ich die CCU2 Version von CUx-D installiert habe, funktionierten alle meine Programme wieder und beispielsweise das Versenden von PUSH-Meldungen über Telegram oder Pushover hat wieder korrekt funktioniert.

Auch das Skript zur Kontrolle und Anzeige der Duty Cycle Werte funktioniert ohne Probleme.

Ebenso funktioniert unter piVCCU mein LAN-Gateway auf einer Raspberry Pi3 mit RaspberryMatic problemlos.

Der Test meiner eingesetzten HomeMatic IP Komponenten verlief ebenfalls positiv. Alle IP Aktoren funktionierten einwandfrei auf dem Tinkerboard.


Der Zugriff von Handy und Tablet über die Cloudmatic VPN-Verbindung hat ebenfalls auf Anhieb funktioniert. Es musste nichts angepasst werden.

Ich verwende ein Skript, mit welchem ich die Betriebszeit auf dem Startbildschirm der WebUI anzeigen lasse. Dieses Skript funktioniert sowohl auf der Raspberry Pi3, als auch auf dem Tinkerboard in Verbindung mit piVCCU.

Damit ist der Umstieg auf piVCCU auf einem ASUS Tinkerboard erfolgreich beendet. Gefühlt ist die HomeMatic Zentrale auf dem Tinkerboard noch einmal ein wenig flotter wie auf einem Raspberry Pi3. Ich werde aber in einem weiteren Artikel einen Performance Vergleich anstellen.

Probleme

In meiner Installation ist ein Problem aufgetreten, das nichts mit piVCCU zu tun hat. Ich verwende ein weiteres spezielles für RaspberryMatic erstelltes Skript auf meiner Raspberry Pi3, welches die Temperatur meiner Raspberry Pi3 auf dem Startbildschirm anzeigt. Dieses Skript funktioniert mit piVCCU nicht, unabhängig ob die Plattform ein Tinkerboard oder Raspberry Pi ist. Ich werde mal schauen ob ich das Skript entsprechend anpassen kann.

Ein weitaus größeres Problem hatte ich als ich das System komplett ausschalten wollte. Leider gibt es keine SHUTDOWN Funktion in der CCU2 Firmware, anders als bei RaspberryMatic. Daher blieb mir nichts anderes übrig, als den Stecker zu ziehen. Bei der Raspberry Pi3 hat das auch funktioniert und ich konnte anschließend wieder neu starten. Beim Tinkerboard leider nicht. Das Filesystem der SD-Card wurde nicht sauber abgeschlossen und ich konnte die WebUi nicht erneut starten. Es erschien der blaue Bildschirm mit der Meldung „CCU ist noch nicht bereit“. Da half nur die Neuerstellung der SD-Card, Restore der Sicherung und Neuinstallation der AddOns.

Die Ursache für dieses Problem liegt darin begründet, dass im Falle der Stromabschaltung die virtuelle CCU nicht sauber runtergefahren wird und auch kein korrektes Speichern der Rega stattfindet.

Es ist mir aufgefallen, das auf dem Tinkerboard die LEDs eigentlich dauernd blinken, anders als bei der Raspberry Pi. Von Alex habe ich dazu folgende Information bekommen: Gelb ist der Heartbeat, Grün ist Aktivität auf der SD Karte. Das mit dem Heartbeat ist ganz nett um schnell von außen zu sehen, ob der Rechner noch sauber läuft.

System sauber beenden (Tinkerboard)

Jeder Anwender von HomeMatic wird irgendwann sein System beenden müssen, ohne gleich wieder automatisch zu starten. Wie oben beschrieben ist die Stromversorgung abschalten oder rausziehen keine gute Idee.

Nachfolgend beschreibe ich hier die Vorgehensweise um das System sauber zu beenden.

Dazu müsst ihr euch über SSH (Putty) auf dem HOST, nicht auf dem CCU-Container anmelden. Anmeldung über SSH auf dem Host funktioniert erstmalig mit dem Benutzer „root“ und dem Passwort „1234“. Ihr werdet dann aufgefordert ein neues Passwort für den User „root“ zu vergeben. (siehe nachfolgenden Screenshot)

Ihr werdet dann sofort aufgefordert einen neuen User zu definieren. In meinem Beispiel wewebe, was ihr natürlich ändern könnt und solltet. Ihr werdet dann noch nach einem Passwort gefragt. Alle weiteren Abfragen könnt ihr ruhig mit ENTER beantworten.

Dann ist alles erledigt und ihr befindet euch auf Kommando Ebene, wo ihr den folgenden Befehl eingeben könnt:

sudo shutdown -h now

Nun wird das gesamte System runterfahren. In diesem Fall wird dann auch die virtuelle CCU sauber runtergefahren inklusive Speicherung der Rega.

System sauber beenden (Raspberry Pi)

 

Dazu müsst ihr euch über SSH (Putty) auf dem HOST, nicht auf dem CCU-Container anmelden. Anmeldung über SSH auf dem Host funktioniert mit dem Benutzer „pi“ und dem Standard Passwort „raspberry“.


Ihr werdet dann darauf hingewiesen, das Standard Passwort zu ändern, weil es ein Sicherheitsrisiko darstellt. Ich habe für diesen Artikel mal darauf verzichtet, ihr solltet das allerdings durchführen.

Anders als auf dem Tinkerboard seid ihr auf dem Raspberry Pi nun sofort auf der Kommando Ebene und könnt den Shutdown Befehl eingeben:

Der Befehl lautet auch auf der Raspberry Pi wiefolgt:

sudo shutdown -h now

Nun wird das gesamte System runterfahren. In diesem Fall wird dann auch die virtuelle CCU sauber runtergefahren inklusive Speicherung der Rega.

Empfang verbessern

Bei meiner CCU2 und Raspberry Pi habe ich den Empfang durch eine externe Antenne deutlich verbessern können. Bei beiden Zentralen habe ich die folgende externe Antenne im Einsatz und diese kann ich wirklich empfehlen.

Wie man eine externe Antenne installiert, hat Sebastian in folgenden Artikeln sehr gut erklärt. Es gibt in der Vorgehensweise keinen Unterschied zwischen Raspberry Pi und dem AUS Tinkerboard.

Externe Antenne an einer Raspberry Pi

PiVCCU auf eine neue Version aktualisieren

Wie weiter oben schon beschrieben kann zur Aktualisierung die APT Funktion verwendet werden.

APT (Advanced Packaging Tool). APT ist ein Paketmanagement-System. Mit Hilfe von APT ist es sehr einfach möglich, Programmpakete zu suchen, zu installieren oder auch das ganze System auf den neuesten Stand zu bringen.

Dies kann mit dem folgenden Befehl durchgeführt werden:

sudo apt update && sudo apt upgrade

Ich habe zwischenzeitlich den Upgrade auf die neue CCU2 Firmware 2.31.23 gemacht und es hat alles wunderbar funktioniert.

Manuelle Installation

Wenn Interesse besteht piVCCU manuell zu installieren, gibt es unter den nachfolgenden Links entsprechende Anweisungen:

Umstieg von YAHM auf piVCCU

Da ich zur Zeit noch keine YAHM Erfahrungen gesammelt habe, kann ich zu diesem System keine objektive Meinung abgeben.

Auf der piVCCU Github Seite hat Alex die Datenübernahme aber auch sehr ausführlich beschrieben.

Den entsprechenden Link findet ihr hier:  piVCCU Github

Information zum USB Boot

Die folgenden Informationen zu den Boot Möglichkeiten von USB Medien habe ich direkt vom piVCCU Entwickler Alex Reinert.

Für piVCCU auf einem Raspberry Pi gibt es auch die Option von einem USB-Medium zu booten. Da das piVCCU Image auf dem Raspbian Image basiert, gibt es entsprechende Informationen im Internet. Ich werde das mal probieren und berichten.

Beim Tinkerboard geht der USB Boot aktuell nicht, weil der Bootloader das nicht hergibt.

Beim OrangePi Plus2e kann man die eingebaute eMMC nutzen, mit der wird das System dann rasend schnell. (eMMC) = Embedded Multi Media Card.

Fazit

Abschließend möchte ich folgendes Zusammenfassen. Die Installation von piVCCU lief über die fertigen Images absolut problemlos. Ich habe dies sowohl auf einem ASUS Tinkerboard, sowie auf einer Raspberry Pi3 durchgeführt. Auf einem Orange Pi konnte ich es aufgrund fehlender Hardware nicht testen.

Das bisherige Arbeiten in der WebUI läuft problemlos, fehlerfrei und gefühlt auch noch ein wenig schneller als auf einer Raspberry Pi3. Wie schon gesagt werde ich noch einen Performance Vergleich durchführen und hier darüber berichten.

Da ich in meiner Installation auch mehrere HomeMatic IP Komponenten betreibe ist es für mich ein großer Vorteil, dass dies mit piVCCU auch auf dem Tinkerboard möglich ist.

Mit dem Thema WLAN und Bluetooth habe ich mich für diesen Artikel noch nicht beschäftigt, werde das aber noch nachholen.


Die Lösung die CCU2 mit piVCCU auf eine schnellere Plattform zu verlagern ist in meinen Augen sehr gut gelungen. Damit gibt es eine sehr interessante Alternative zum RaspberryMatic und damit eine zweite Variante um schnellere Hardware zu verwenden.

Eine Empfehlung für das ein oder andere System fällt mir allerdings etwas schwer. Da es zwei unterschiedliche Ansätze sind, werden somit auch unterschiedliche Anwender angesprochen. Letztlich muss jeder Anwender selbst entscheiden, welche Lösung er für sich wählt.

Will man nicht mehrere PIs oder Tinkerboards für verschiedene Applikationen verwenden, ist piVCCU zu wählen, weil auf der gleichen Hardware beispielsweise auch ioBroker oder HomeBridge installiert werden können. Weil viele Beschränkungen der CCU2 Firmware aufgehoben, bzw. Neuerungen eingebaut wurden, bietet RaspberryMatic auch eine Vielzahl von neuen Möglichkeiten, die mit der CCU2 Firmware nicht möglich sind. An dieser kurzen Aufzählung könnt ihr schon erkennen, dass es keinen eindeutigen Favoriten gibt. Aber ich finde es super, das es einen zweiten Lösungsansatz gibt und ich werde hier im Blog zukünftig über Änderungen in beiden Lösungen berichten.

Gleiches gilt auch für die eingesetzte Hardware, denn das ASUS Tinkerboard ist aktuell immer noch um einiges teurer als ein Raspberry Pi. Ob es sich dann lohnt für dem doch eher geringen Geschwindigkeitsvorteil bei einer Anwendung wie HomeMatic mehr auszugeben, ist auch eine persönliche Entscheidung.

Zum Schluss möchte ich es nicht versäumen mich bei Alex für die professionelle Unterstützung bei den auftretenden technischen Fragen zu bedanken. Mit seiner Hilfe konnte ich das Thema mit dem korrekten Beenden der Systeme klären. Vielen Dank dafür Alex.

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6 Comments

  • Alex

    9. Januar 2018

    Hallo Werner,

    vielen Dank für den ausführlichen Artikel. Wie ich dir schon geschrieben hatte, freut es mich, dass du ein positiven Fazit ziehen konntest, das zeigt mir, dass ich mit meiner Arbeit nicht ganz falsch liege.
    Und auch ich als Author von piVCCU muss klar sagen: Es kann keine allgemein gülltige Empfehlung für RaspberryMatic oder piVCCU geben, es kommt immer auf die Umstände bei der einzelnen Person an.

    Viele Grüße
    Alex

    Reply
    • Sebastian

      Sebastian

      9. Januar 2018

      Hallo Alex,
      auch von mir ein großes Dank für piVCCU. Ist für mich aktuell genau die richtige Lösung, da ich so die Bridge und ioBroker parallel betreiben kann. Dazu werde ich in den nächsten Tage auch was schreiben. Ich spiele diese Woche man mein Backup der CCU2 ein und installiere ioBorker parallel und teste das ganze mal. Würde bei mir aktuell einen Pi einsparen. Von der Leistung packt der Pi3 das ja locker!

      Danke für Deine tolle Arbeit!!

      Reply
  • Mathias

    9. Januar 2018

    Der Beitrag ist zwar ganz nett, bringt für mich nicht wirklich einen Mehrwert.
    Als ich mir die CCU2 gekauft habe, gab es piVCCU noch nicht.
    Als ich mir Raspberrymatic installiert habe, wußte ich noch nichts davon.
    Ich habe als „stolzer“ Besitzer der CCU2 IObroker auf einem NUC I5 installiert. Da läuft auch meine Telefonanlage. Auf einem weiteren Raspberry läuft noch CCU-Historian. Allerdings auf einer HDD. Gruß, Mathias

    Reply
    • Birger

      9. Januar 2018

      Hallo Mathias,
      ich schaue mir das jetzt schon eine ganze Weile an und jetzt muss ich mich dann doch mal zu Wort melden.
      Mit allem Respekt Mathias, du hast ganz bestimmt auch ein fundiertes Wissen zum Thema Smart Home, aber du verreißt in letzter Zeit fast jeden Artikel hier in diesem Blog. Du weißt Alles, hast Alles, kannst Alles. Was hälst du davon wenn du einen eigenen Blog aufmachst um dein Wissen zu teilen?
      Deine Kommentare hier sind nicht wirklich hilfreich und braucht kein Mensch.
      Ich finde die Informationen in diesem Blog sind sehr gut recherchiert, dargestellt und helfen sicher auch vielen Lesern weiter. Auch für mich ist nicht jeder Artikel von Interesse, aber dann lese ich ihn nicht zu Ende und gut.
      Liebe Autoren von Technikkram, lasst euch nicht davon abhalten uns weiter über interessante Themen zu informieren. Weiter so.
      Danke und viele Grüße
      Birger

      Reply
      • Sebastian

        Sebastian

        9. Januar 2018

        Hallo Biger,
        vielen Dank für Deine netten Worte. Mathias ist schon ein Stammleser, der lange dabei ist und auch schon viele Kommentare veröffentlich hat. Wir nehmen solche Worte selten persönlich und haben ein sehr offenes Wort für Kritik. Jeder hat seine persönliche Meinung und das ist auch gut so. Du hast allerdings recht, dass der Ton die Musik macht.

        Kritik ist gut und sinnvoll, doch es müssen auch andere Meinungen akzeptiert werden. Daher hier nochmal die Bitte von mir: Kritik ist sehr willkommen und wird von uns auch dankbar aufgenommen. Doch wir schreiben hier nicht nur für die absoulten „Pros“ sonder auch für Einsteiger, die noch nicht so tief im Thema drin sind. Es ist für uns immer schwer alle Leser richtig zu bedienen. Wer bereits mehr wissen hat, kann vieles überspringen und das rauspicken, was für ihn selbst relevant ist.

        Daher wünsche ich jedem viel Spaß beim Lesen ;-)

        Reply
      • Mathias

        9. Januar 2018

        Hi Birger,
        Ich habe diesen Artikel nicht schlecht gemacht. Es war auch nicht meine Absicht
        Bevor ich mit CCU gearbeitet habe, hatte ich mit dem FS20-System ein verlässliches Smarthome. Das Problem, meine Aktoren wurden immer weniger. Somit bin ich auf die CCU2 umgestiegen, bevor es piVCCU und dergleichen gab. Natürlich könnte ich jetzt auf HMIP umsteigen. Da ich Cloud-Lösungen hasse, wird das nie der Fall sein
        Der letzte Serverausfall bei EQ3 im November sollte mir recht geben.
        Da ich nicht nur die CCU visualisieren wollte, sondern auch meinen Wasser-und Stromverbrauch, meine Amazon Dash Buttons „vergewaltigen“ , FireTV, Broadlink und den Staubsauger über IObroker bedienen will, wird man mit einem Einplatinen-PC schnell an seine Grenzen stoßen. Vorallem dann, wenn noch Asterisk und freepbx im Hintergrund laufen. Da ich alles auch kontrollieren will, schreibe ich den Status aller SysVar, Sensoren und Aktoren in eine Logdatei, die regelmäßig gesichert wird. Da SD-Karten in diesem Fall eine Lebensdauer von nur mehreren Monaten haben, werden diese Dateien auf eine Festplatte geschrieben.
        Gruß, Mathias

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