RaspberryMatic für die Hutschiene mit externer Antenne

Die Beliebtheit von Smarthome-Systeme nimmt stetig zu und eQ-3 spielt dabei mit Homematic eine große Rolle. Leider ist die aktuelle „Basisstation“ CCU2 schon etwas in die Tage gekommen und die verbaute Hardware ist wenig performant. Doch nachdem der Quellcode der Software vom Hersteller veröffentlicht worden ist, hat Jens Maus dafür gesorgt, dass das komplette System auf einen Raspberry Pi ausgelagert werden kann. So kann die Software der CCU2 im vollen Umfang auf aktueller Hardware genutzt werden.

Alle Funktionen laufen auf dem Pi viel flüssiger und gerade bei großen Systemen mit mehr als 20 Sensoren und Aktoren macht sich dieser Geschwindigkeitsvorteil bei der Programmierung sehr bemerkbar.

Ich nutze den Pi schon etwas länger und habe sehr gute Erfahrungen damit gesammelt. Wir haben dazu ja auch bereits etliche Anleitungen und Tutorials geschrieben. Eine komplette Übersicht findet Ihr hier.

Heute will ich Euch anhand eines Beispiels zeigen, wie Ihr den Raspberry Pi mit RaspberryMatic ganz einfach in Euren bestehenden Schaltschrank einbauen könnt. Gerade bei Neubauprojekten ist es doch ganz schick, wenn sich die komplette Hardware in einem Schrank verstauen lässt. Die CCU2 hatte zwar Bohrungen um diese an der Wand zu beschäftigen, doch mit einem Hutschienengehäuse kann die Zentrale komplett zusammen mit den anderen Komponenten im E-Schrank verschwinden.

Für den Empfang habe ich eine externe Antenne vorgesehen, sodass der Funk auch außerhalb des Schrankes funktioniert ;-)

Verbaut sind bei diesem Projekt der Raspberry Pi3, das HM-Funkmodul, welches es als Bausatz bei ELV gibt, ein Pigtail für die externe Antenne und natürlich das Hutschienengehäuse.

Ich habe mir zudem noch ein passendes Netzteil besorgt, das ebenfalls auf die Hutschiene geklemmt werden kann.

Zuerst muss das Funkmodul zusammengelötet werden. Eine Anleitung liegt dem Modul zwar bei, wer mehr Eindrücke dazu haben will, kann sich dazu diesen Artikel hier ansehen. Dort habe ich genau beschrieben, wie der Aufbau abläuft.

Wer Probleme beim Zusammenbau hat, kann sich gerne an mich wenden, dann kann ich Euch ein fertiges Modul zusenden.

Um die Antenne später aus dem Schrank herausführen zu können, muss ein kleines Loch für das Pigtail in das Gehäuse gebohrt werden. Ich habe hierfür einen 8er Bohrer verwendet. Am besten geeignet ist dafür ein Holzbohrer, da er eine scharfe Spitze hat, mit der man ohne Abrutschen ein Loch in das Gehäuse bekommt.

Ich verwende dieses Pigtail, dabei sind ein Ring mit Haken und eine Kontermutter, sodass man mit einer kleinen Zange das Pigtail gut fixieren kann.

Auf das Pigtail passen alle Antennen mit einem SMA-Anschluss. Ich habe zu Testzwecken eine abgewinkelte Antenne (868 MHz) aufgeschraubt, wer diese aus dem Schaltschrank herausführen möchte, sollte zu dieser Antenne greifen. Durch das 2,5m Lange Kabel lässt sich die Abschirmung des metallischen Schaltschranks umgehen.

So sieht das Gehäuse dann mit der fertigen Antenne aus. An der Seite kann man sehr gut die Anschlüsse des Pi’s sehen. Für meine Zwecke benötige ich nur die USB-Buchse für die 5V-Versorgungsspannung und die, an der Unterseite angebrachte, Ethernet-Buchse.

Auf der Rückseite erkennt man den Mechanismus, mit dem das Gehäuse auf die Hutschiene geklemmt wird. Mit einem Schraubendreher kann die Klammer wieder gelöst werden.

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3 Comments

  • Simon

    14. November 2017

    Danke. Werde ich mal nachbauen. Super beschrieben…

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  • Maik Kurz

    5. Oktober 2017

    Hallo Sebastian,

    super Beitrag wie immer, vielen Dank. Mich würde interessieren, wie sich die Schirmung durch den Metall-Sicherungskasten auf die Signal-Reichweite auswirkt. Ich hab da immer etwas bedenken und hab deswegen die Antenne außerhalb meines Server Schranks stationiert.

    Grüße Maik

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    • Sebastian

      Sebastian

      5. Oktober 2017

      Hallo Maik,

      ein Metallschrank „schluckt“ schon sehr viel. Daher empfielt es sich immer eine Antenne außen zu platzieren. Wenn Du eine größere Installation hast, dann können ja wie gewohnt auch Gateway auf den oberen Etagen gesetzt werden.

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