Projekt von Lexware: Cloud-basierte ERP Lösung

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat eurodata eine Studie zu den Themen Smart Services und Prozessautomatisierung im Rahmen der Industrie 4.0 erstellt. Der Dachbegriff Industrie 4.0 fasst die steigende Vernetzung der Prozesse in der Industrie zusammen. Produktionsvorgänge sind zunehmend mit dem Internet der Dinge verbunden, womit große Datenmengen einhergehen. Diese betreffen Unternehmen in mehreren Bereichen der Wertschöpfungskette. Leistungsstarke Cloud-Lösungen werden daher immer wichtiger. Die Urheber der Studie analysierten daher, wie die zunehmenden Herausforderungen der Industrie 4.0 gemeistert werden können und welche Digitalisierungsprozesse erforderlich sind, damit Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben.

In Gesprächen mit betroffenen Unternehmen wurde Unsicherheit und fehlender Überblick mit diesen Herausforderungen konstatiert. Für Aufgaben der Smart Services und Prozessautomatisierung werden wird daher ein kontinuierlicher Ausbau empfohlen. Eine besondere Rolle spielten in der Studie Cloud-Lösungen „Made in Germany“.

So arbeitet Lexware gegenwärtig an einem großen Projekt einer Cloud-basierten ERP-Lösung unter dem Projekttitel TOPAS. Dieses soll, anders als die aktuell angebotenen Pakete, insbesondere den Herausforderungen größerer Unternehmen gerecht werden.

Kooperation mit Acumatica

Als auf Unternehmenssoftware spezialisierte Firma ist Lexware im Wesentlichen bekannt durch seine anwendungsbezogenen kaufmännischen Lösungen und Warenwirtschaftssyteme. Im Rahmen des TOPA-Projekts soll eine umfangreiche und erweiterbare ERP-Anwendung als Cloud-basierte Software erscheinen. Diesem Projekt liegt eine Kooperation mit dem US-amerikanischen Hersteller Acumatica zugrunde. Acumatica wurde 2008 gegründet und bietet seitdem bereits eine vergleichbare Lösung für die USA, basierend auf offenen Schnittstellen und einem Softwarebaukasten. Während Acumatica die Cloud-basierte Technologie liefert, wird die geplante Software unter der Marke Lexware von der Haufe Gruppe vertrieben.

Lexware zeigt sich hierbei überzeugt von den internationalen Kooperationen Acumaticas. Diese haben sich in ihren jeweiligen Regionen bereits Wettbewerbsvorteile aufbauen können. Lexware beabsichtigt, den europäischen Markt mit dem Endprodukt aus dem TOPAS-Projekt zu revolutionieren. Gearbeitet wird an einer vollständig integrierten Anwendung, die Vertrieb, Fertigung, Projektabrechnung, Finanzen und Customer-Relationship-Management beinhaltet. Zudem sollen im Hinblick auf Anwenderfreundlichkeit und Preis-Leistungs-Verhältnis Maßstäbe gesetzt werden.

Anpassung an neue Anforderungen

Eine der größten Herausforderungen besteht für Lexware in der Anpassung der Leistungen an die Anforderungen des europäischen Marktes. Hierzu gehört das europäische Reglement der Bilanzierung. Auch an die jeweils landesspezifischen Konten muss die Software angepasst werden. Anmeldeprozesse (etwa Elster) sowie die Handhabe von Fremdsprachen und fremden Währungen sind weitere Herausforderungen. Die besondere Eignung von Acumatica wurzelt darin, dass die Ausgangssoftware vom Beginn ihrer Entwicklung an auch auf Kooperation mit ausländischen Partnern ausgelegt war. Für die Übernahme und Erweiterung durch einen europäischen Partner ist die Software daher gewappnet. Im Zuge des Projekts steht bei Lexware zusätzlicher Bedarf an Personal an, das dabei hilft, die Plattformen von Acumatica ERP für den deutschen Standort lokalisieren. Dies betrifft zum einen den Bereich der Software-Entwicklung. Zum anderen wird mittelfristig aber auch Personal für die Beratung und für den technischen Support erforderlich.

Lexwares weitere Vorgehensweise

Zunächst beabsichtigt der Software-Hersteller, das neue Projekt Schritt für Schritt anzugehen und die ERP-Lösung mit einem unveränderlichen Funktionsspektrum zu veröffentlichen. Zudem soll die Anwendung nur in einer Public Cloud als Dienst nutzbar sein. Dabei soll der Fokus ausschließlich auf deutschen Servern liegen. Erst in einem nächsten Schritt sollen das Hosting in einer Private Cloud sowie die Installation einer Server-Software möglich sein.

Anpassung und Integration sollen auch erst in einer späteren Veröffentlichung möglich sein. Voraussetzung hierfür ist eine angemessene Infrastruktur für Support und Vertrieb. Bereits zuvor sollen Migrations-Tools Anwendern den Aufstieg von anderen Lexware-Anwendungen (beispielsweise Lexware Financial Office) in die neue Umgebung ermöglichen.

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