HomeKit: Elgato Eve Thermo – Heizkörperventile im Test

Vor wenigen Wochen ist das Update für iOS auf die Version 10 erfolgt. Mit diesem Update kam auch endlich wieder Schwung in das von Apple angepriesene HomeKit. Diese App von Apple sorgt dafür, dass verschiedene Hersteller, die diesen Standard unterstützen, miteinander spreche können, um so ein smartes Zuhause zu schaffen. In diesem Artikel hier haben wir ausführlich über die Neuerungen und die Funktionsweise von Apple HomeKit berichtet.

elgato-eve-thermo-verpackung

Heute habe ich die Heizungsregler von Elagto im Test. Elgato ist einer der ersten Anbieter, die Produkte für das Apple HomeKit im Programm haben. Die Eve Thermo Stellungsregler können an fast jeden Heizkörper angeschraubt werden und verwandeln so Eure Heizung in ein intelligentes System. Das ganze lässt sich dann noch über Siri bequem bedienen. Doch fangen wir mit der Hardware an.

Geliefert bekommt Ihr den Stellungsregler mit 2 passenden AA Batterien. Es liegen der Verpackung auch Adapter für alle gängigen Heizkörper bei. Bei meinem Ventil kann ich ohne die Kunststoffringe arbeiten. Wichtig ist die kleine Karte, die dem Gerät beiliegt. Hierauf ist der Code zum Verbinden mit dem iPhone abgedruckt. Auf dem Gerät ist dieser Code ebenfalls vermerkt. Dieser wird aber in der Regel abgezogen, da es die Optik stört. Den Code solltet Ihr aber unbedingt aufheben, da ohne den Code keine Kopplung möglich ist!

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Sofort ins Auge fällt, dass der Regler kein Display und kein Rädchen für eine manuelle Betätigung hat. Doch darauf komme ich später noch zu sprechen.

Nachdem die Batterien eingesetzt sind, kann es auch schon losgehen. Es muss kein zusätzlicher Schalter oder ähnliches betätigt werden. Um den Stellungsregler zu montieren, muss zuvor der alte demontiert werden. Das funktioniert am besten mit einer Wasserpumpenzange. Damit das ganze etwas einfacher geht, solltet Ihr das Ventil komplett aufdrehen. Dadurch übt der kleine Pin keinen zusätzlichen Druck auf das Ventil aus.

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Der große silberne Ring wird dann mit einem Rechtsgewinde an die Stelle des alten Reglers geschraubt. Ihr solltet die Verschraubung zwar fest anziehen, doch auch hier gilt wie so oft: Nach fest kommt lose ;-) Daher nur handfest ziehen und nicht übertreiben.

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Nachdem der Regler montiert ist, kann die Konfiguration vom iPhone aus vorgenommen werden. Die App bekommt Ihr kostenlos im App-Store. Auch wenn Ihr die Regler später über HomeKit steuern wollt, muss die Einrichtung zuerst im Elgato Programm vorgenommen werden.

Elgato Eve
Entwickler: Elgato Systems
Preis: Kostenlos

In der App klickt Ihr nun auf „Einstellungen“ –> „Gerät hinzufügen“. Wie auf den Bildern unten zu sehen ist, wird der Suchlauf gestartet und alle verfügbaren Elgato Geräte werden aufgelistet.

Wählt nun das passende Gerät aus und navigiert zum nächsten Schritt. Der Code, der für die Einrichtung abgefragt wird, kann entweder manuell oder über die Kamera eingegeben werden.

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Nachdem das Gerät gefunden und hinzugefügt worden ist, findet eine Kalibrierung statt. Ihr müsst Euch in dieser Zeit in der Funkreichweite des Gerätes aufhalten, da die Konfiguration sonst nicht abgeschlossen werden kann. Es sollte noch ein sprechender Name vergeben werden. Dieser Name wird dann später in HomeKit von Siri verwendet.

Nachdem das Gerät zur Elgato Eve App hinzugefügt worden ist, kann es auch in der App HomeKit genutzt werden. Dazu startet Ihr nun die HomeKit App. Die Geräte wurden automatisch den Räumen zugewiesen, die Ihr bei der Einrichtung gewählt habt. Aus der HomeKit App heraus können hier aber auch in nachhinein Änderungen durchgeführt werden.

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Alle unterstützen Geräte werden hier gezeigt. Das können auch Eure Philips Hue Leuchten sein. Mit einem langen Tapp auf das entsprechende Gerät kann die aktuelle Temperatur durch eine Wischgeste geändert werden. Mit einem Tapp auf Modus kann das Gerät auch komplett ausgeschaltet werden. Alle Regler, die aktiv sind, erscheinen in der Übersicht grün.

Bedienung durch Siri

Sehr cool ist die Bedienung über Siri. Ihr könnt nun Kommandos wie: “ Hey Siri, stell die Heizung im Badezimmer auf 24°C“. geben. Siri benötigt nun ein paar Sekunden. Dabei wird im Hintergrund eine Bluetooth-Verbindung zum entsprechenden Gerät aufgebaut und die Befehle ausgetauscht. Siri antwortet dann mit „Ok ich habe die Heizung auf 24°C gestellt.“ Das Ganze funktioniert echt gut und ich wirklich sehr einfach.

Nachteile

Wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Es gibt ein paar Einschränkungen, die das System HomeKit mit sich bringt. Ein großer Nachteil ist die Kommunikation über Bluetooth. Diese ist zwar sehr energiesparend, doch die Reichweite ist dadurch auch eher gering. Bei größeren Häusern mit mehreren Etagen kann es so vorkommen, dass keine Verbindung zu den entsprechenden Reglern aufgebaut werden kann. Das müsst Ihr am besten individuell testen. Bei mir gibt es über eine Etage hinweg keine Probleme. Die Reichweite von Bluetooth 4.0 ist schon erstaunlich, doch als vollwertiges System kann dieser Punkt Schwierigkeiten bereiten.

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Ein anderer Punkt, den ich zu bemängeln habe, ist dass die Heizung nur noch über das iPhone gesteuert werden kann. Es ist kein manuelles Rad an den Reglern verbaut, mit denen man die Temperatur einstellen kann. Auch fehlt leider eine Anzeige, die den Soll- und Istwert visualisiert. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er mit diesem Punkt leben kann. Wenn die Heizung gut an Eure Bedürfnisse angepasst ist, sollten händische Eingriffe sowieso die Seltenheit sein.


Wenn Ihr Euer System von außerhalb bedienen wollt, müsst Ihr eine „Brücke“ aufbauen. Hier gibt es aktuell (das wird sich ändern!) nur die Möglichkeit, ein iPad (ab 4. Generation) oder einen Apple TV (auch ab 4. Generation) einzusetzen. Dieser kann dann eine Verbindung zum iPhone aufbauen umso zuhause über Bluetooth mit den entsprechenden Geräten zu kommunizieren. Wer mehr darüber wissen will, sollte sich diesen Artikel durchlesen.

Für wen ist dieses System geeignet?

Ich habe hier im Blog schon häufig Kommentare zu diesem Thema beantwortet. Für wen ist das System geeignet… Setze ich auf die richtige Smart-Home Lösung oder soll ich lieber auf Homematic oder andere Systeme setzen? Das ist eine einfache Frage mit einer sehr komplexen Antwort.

HomeKit vereint viele Insellösungen wie die Lichtsteuerung von Osram oder Philips mit Komponenten von Neatmo oder Elgato. Das ist sehr positiv, doch die Möglichkeiten, die Ihr mit diesem System habt, sind schon etwas beschränkt. Komplexere Steuerungen lassen sich damit nicht realisieren.

Wer aber nicht tief in die Technik einsteigen will, ist genau richtig. Gerade Menschen, denen der Bezug zu der „Technik“ fehlt, sind hier gut aufgehoben. Die Installation und die Einrichtung sind sehr intuitiv und das System bedarf so gut wie keiner Wartung.

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