Vorsicht mit Software im Unternehmen denn Freeware ist nicht gleich Freeware

Die meisten Unternehmen die ich kenne, verstoßen im großen Ausmaß gegen gültiges Lizenzrecht. Oftmals ist ein solcher Verstoß gar nicht „böswillig“ initiiert, sondern durch mangelnde Kontrolle der Anwender und vor allem großer Unwissenheit und fehlender Akzeptanz beim leidigen Thema Lizenzmanagement entstanden.

Selbst wenn in meistens größeren Unternehmen bereits eine Softwareverteilung wie Matrix42, SCCM oder Baramundi eingesetzt wird, haben ein großer Teil der Anwender weiterhin die Möglichkeit, Software selbständig und ohne Kontrolle zu installieren. Natürlich kann man dem Anwender diese Rechte entziehen, aber dann muss es auch genügend Ressourcen in der IT-Abteilung geben, um „alles“ an benötigter Software auch „zeitnah“ bereitzustellen und hier ist der erste Haken. Der zweite Haken ist natürlich der Anwender selbst, der einem mal schön aufs Dach steigt, wenn er auf einmal nichts mehr installieren darf.

hand-laptop-notebook-typing

Es gibt auch Tools zur Überwachung und der Nutzungsdauer von Software, aber die bekommt man in Deutschland niemals durch den Betriebsrat und somit hat man es in der Administration nicht leicht, sich an die Einhaltung von Lizenzbestimmungen zu halten.

Oftmals findet ein Lizenzverstoß nicht böswillig, sondern durch Unwissenheit statt, auch wenn einem dieses im Fall eines Lizenz Plausibilisierungsprozesses nicht weiterhilft. Die Kennzeichnung Freeware ist nämlich in vielen Fällen ein Irrglaube, wenn es um die Nutzung der Software im Unternehmensumfeld geht.

Nehmen wir hier nur mal das prominentes Softwareprodukt VirtualBox aus dem Hause Oracle. Hier unterliegt die Software selber GNU General Public License V2 und darf somit im Privaten und im Unternehmensumfeld kostenlos verwendet werden. Die Software findet man in allen bekannten Portalen als Freeware gekennzeichnet. Sobald man aber das Extension Pack für USB und Netzwerkunterstützung nachinstalliert, wird es im Unternehmen mit um die 800€ pro Installation auch recht teuer.

Der User erkennt dieses aber in den meisten Fällen nicht, und wird mit Bezeichnungen wie „Gratis-Zusatztool“ auch in die Irre geführt. Da man hier auch keinen Lizenzschlüssel bei der Installation eingeben muss, hat man im Unternehmen mal wieder ganz schnell einen Lizenzverstoß begangen.

VirtualBox03Es ist also viel Aufklärungsarbeit gefragt, um sich nicht strafbar zu machen und leider machen es einem komplizierte Lizenzmodelle, wie bei Microsoft auch nicht leichter.

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4 Comments

  • Matthias

    30. Mai 2016

    Setzten selber das Lizenzmodul von Matrix42 ein. Es ist zwar sehr hilfreich, aber die Besonderheiten der einzelnen Lizenzen muss man immer separate im Auge behalten bzw. sich den Bericht entsprechend zusammenbasteln, in der Hoffnung dass es beim nächsten Audit auch akzeptiert wird.
    MS hat bei uns ein Audit über einen SAM Parter gemacht, der war jedenfalls ganz froh dass wir eine SW zur Lizenzverwaltung hatten.

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    • Marc Broch

      30. Mai 2016

      Zu 100% wird man sich auf keine Software verlassen können. Aber ohne solche Tools ist man einfach nur blind und dem Microsoft SAM Engagement Manager hilflos ausgeliefert. Ein Audit macht eh schon keinen Spaß und ohne einen Überblick erst recht nicht. Ob man jetzt mit tollen tools, Tabellen, oder einfach auf Papier seine Lizenzen verwaltet, ist eigentlich total egal! Em Ende muss der technische Teil (Anzahl, Versionen usw.) mit dem Kaufmännischen Part übereinstimmen bzw. der Bedarf damit gedeckt werden. Die SAM Berater wie Baker Tilly Roelfs oder KPMG, welche im Auftrag von Microsoft das Audit beim Kunden direkt durchführen, bezahlst Du ja wegen der 5% Hürde fast eh immer. Der Microsoft SAM Engagement Manager wird aber an der Nachlizenzierung beteiligt und freut sich dementsprechend über blinde Kunden ;-)

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  • gue

    30. Mai 2016

    SCCM bietet allerdings auch ein bereits integriertes Software-Metering das zur Überprüfung der Lizenzen ganz brauchbar ist. Vor allem um nicht mehr benötigte Lizenzen nach einiger Zeit wieder freizugeben und damit Kosten zu sparen :-)

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    • Marc Broch

      30. Mai 2016

      SCCM sammelt genau wie Matrix42 und Baramundi fleißig Daten von den Systemen und dann muss der Admin gucken wie der damit klarkommt und filtern was ist Lizenzpflichtig und was nicht. Abhilfe schafft hier evtl. die License-Intelligence-Service-Cloud von Matrix42. Dei beschriebenes Feature nennt sich AUT „Application Usage Tracking“ und ist mit einem deutschen Betriebsrat nicht mal annähernd zu vereinbaren. Leider !

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