LTE ist in Deutschland leider keine DSL Alternative und Schuld ist die Gier der Provider

Dieses Jahr bin ich umgezogen und somit zog auch mein DSL Anschluss beim Provider EWE TEL mit um. Auch wenn der Umzug im gleichen Örtchen stattfand, so konnte im neuen Haus von einer deutlich bessern DSL Bandbreite von bis zu 50 Mbit/s profitieren und vorher krebste ich so bei 8 bis 9 Mbit/s herum. Hierbei war gar nicht der Download, sondern eher der Upload mein Problem bzw. was mich Zeit und Nerven kostete. Die so praktischen und von mir auch gerne genutzten Online Dienste wie Dropbox, Copy, iCloud, Daten-automatisch-sonst-wo-hochlade-Dingsbums, fordern halt ihren Tribut und nehmen auch keinerlei Rücksicht aufeinander.

DSL_LTEIch meldete mich frühzeitig bei der EWE TEL und mir wurde erklärt, dass es sich in diesem Fall um einen Tarifwechsel handeln würde und daher wäre das im System ein Neuauftrag und die Vertragslaufzeit beträgt dann auch wieder 24 Monate. Alles gut soweit und mir doch egal, wie die das intern regeln und Hauptsache ich habe zeitig wieder schnelles Internet. Das ganze klappte auch soweit ganz gut, denn nach etwa 6 Wochen war der Anschluss im neuen Haus aktiv.

Die Zwischenzeit versuchte ich mit Vodafone LTE und WLAN Hotspot vom iPhone aus zu überbrücken und im Prinzip klappte das Recht gut. Die erreichten Werte im Haus um die 11 Mbit/s Down und 1 Mbit/s im Upload reichten mir auch erstmal aus.

LTE-Speedtest_im_Haus

Problem bei LTE ist nicht die Geschwindigkeit, sondern das verfügbaren Datenvolumen. Eine wirkliche reine LTE Flatrate gibt es in Deutschland nämlich nicht. Egal bei welchem Provider man schaut und „egal“ wie viel Geld man bereit ist zu bezahlen, es gibt keine LTE Flatrate. Klar kann man immer wieder Geld in die LTE Parkuhr werfen und für immens hohe Kosten Datenvolumen nachladen, aber das kann es doch nicht sein.

Mein Vodafone Red M Tarif beinhaltet 1,5 Gigabyte Traffic und das reicht mir bei „normaler“ Nutzung alleine mit dem iPhone auch. Sobald ich aber das iPhone als Hotspot verwende und somit das mobile Internet anderen Geräten per WLAN anbiete, geht hier aber der Punk ab und man käme mit dem Nachladen von Daten kaum hinterher.

Datenvolumen nachladen ist einfach zu teuer

Ich zahle bei Vodafone für bescheidene 2,5 Gigabyte stolze 19,99€. Nehmen wir mal einen normalen Tag als einfaches Beispiel. Ich habe ein paar kurze Videos mit dem iPhone gemacht, welche im Hintergrund in die Wolke hochgeladen und am Mac aus der Wolke heruntergeladen werden. Apple Music dudelte auf dem iPad in der Küche vor sich her und ansonsten habe ich normal im Internet gesurft. Keine großen Downloads oder ähnliches und klar laufen im Hintergrund diverse Online-Dienste und ich habe auch mehrere Gerätschaften im Haus, die per WLAN mit dem Internet verbunden sind.

Ein Blick in den Online-Zähler meiner FritzBox verrät mir, dass ich mal eben 19,8 GB Daten verbraucht habe und das in einem Zeitraum von 18 Stunden. Per Vodafone LTE hätte ich bereits mindestens 7 mal das maximale Datenvolumen von 2,5 GB nachladen müssen und das wären mal eben 139,93€ gewesen und der Monat hat noch ein paar Tage. Das kann es doch nicht sein!

Andere Provider sind dabei auch nicht günstiger und hier findet ihr dazu eine Übersicht. Neben den unverschämten Preisen, ärgert mich vor allem die Unverhältnismäßigkeit der Drosselung, wenn man sein Volumen aufgebraucht hat. Hier ist es auch egal, welchen Provider man sich anschaut, denn die bewegen sich alle zwischen 64 und 32 Kbit/s.

Das Verhältnis stimmt hier einfach nicht

Um das ganze zu verdeutlichen, nehme ich hier mal nicht die groß beworbene LTE Geschwindigkeit von 50 Mbit/s sondern lediglich UMTS Niveau. Also 7,2 Mbit/s Down und 1,4 Mbit/s im Upload.

Wenn ich eine E-Mail mit einem Foto im Anhang versende und dieses ist 5 MB groß, dann dauert der Versand dieser E-Mail per UMTS 28 Sekunden. Im Strafdrosselmodus bei Vodafone, gehen nur 32 Kbit/s durch die Leitung und somit müsste ich knapp 21 Minuten Zeit mitbringen um die E-Mail zu versenden.

Klar gibt es neben den LTE Tarifen für unterwegs, auch „spezielle“ Zuhause Tarife, aber auch die haben eine Begrenzung. Hier können wir auch wieder Vodafone als Beispiel nehmen und die bieten mit 30 Gigabyte, sogar das größte Volumen an. Wie schnell man aber diese 30 Gigabyte verbraucht hat, sollte jetzt auch jedem klar sein. Nach erreichen des Volumens wird man auf 384 Kbit/s gedrosselt und die besagte E-Mail benötigte dann immer noch 1 Minute und 44 Sekunden.

Normales verwenden des Internets ist mit der Drossel eigentlich nicht mehr möglich. In den meisten Haushalten steht auch nicht einem Gerät ein dedizierter Internetzugang zur Verfügung, sondern alle Geräte nutzen gemeinsam einen Anschluss. Das man selbst einen DSL Anschluss priorisieren sollte, damit es bei Netflix, Amazon Video und Co nicht ruckelt und wie man das einstellt, darüber habe ich bereits hier im Blog berichtet.

Fazit: Das man eine wirkliche LTE Flatrate anbieten kann, zeit der Anbieter „drei“ in Österreich. Hier bekommt man für im Tarif Hui 150 ganze 150 Mbit/s Download und 50 Mbit/s Upload für 45,00€ im Monate und das bei Datenvolumen ist unlimitiert. Solange die Deutschen Provider ihre LTE Tarife mit einer unverhältnismäßigen Drossel versehen, kommt man um einen DSL Anschluss nicht herum.

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