Eneloop NI-MH Akkus im Dauertest + intelligentes Ladegerät Technoline BC 700

Ich habe vor ca. 4 Jahren beschlossen, keine Einwegbatterien mehr zu verwenden. Daher habe ich meinen kompletten Bestand gegen Akkus von Sanyo ausgetauscht. Die Eneloops waren damals die ersten Akkus, die ein ähnliches Verhalten wie die normale Batterie aufgewiesen haben. Gerade bei stromhungrigen Geräten wie Foto-Blitzen sind normale Akkus schnell an ihre Grenzen gestoßen. Auch bei früheren Kompaktkameras war das Problem, das viele Akkus einen zu schnellen Spannungseinbruch hatten und so als leer angezeigt worden sind.

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Daher habe ich bewusst auf die Eneloops gesetzt und habe alle AA und AAA Zellen im Haus getauscht. Um eine lange Lebensdauer der neuen Akkus zu gewährleisten, setze ich auch auf ein intelligentes Ladegerät, das die Akkus einzeln während des Ladevorgangs überwacht. Mittlerweile sind sehr viele unterschiedliche Akkus auf dem Markt. Ich möchte euch hier meine Erfahrungen aus den letzten Jahren schildern.

Wie ich oben schon erwähnt habe, ist jeder Verbraucher etwas anders. In eurer Fernbedienung stecken meist 2-3 AAA-Zellen. Da die Fernbedienung nur sehr wenig Energie benötigt, halten die Batterien meist sehr lang und die Sendeleistung der Fernbedienung nimmt mit der Zeit ab. Die Batterien werden nahezu restlos entladen, dies ist für Akkus nicht besonders gut (Stichwort Tiefentladung). Auch spielt bei Verbraucher, die nur wenig Energie benötigen und die vorhandenen Zellen über mehrere Jahre im Gerät verbleiben, die Selbstentladung der Akkus eine wichtige Rolle. Daher werden für Fernbedienungen Akkus benötigt, die eine geringe Selbstentladung vorweisen können.

Erfahrungen bei eneloops in der Fernbedienung: Da ich es vermeiden wollte, die Akkus zu tief zu entladen, versuche ich, die Akkus regelmäßig zu tauschen (ca. 1/2 Jahr Laufzeit). Ich habe immer vollen Ersatz in der Schublade liegen. Nach dem Wechsel lege ich die Akkus in das Ladegerät und nutze die „discharge“ Funktion. So werden die Akkus bis zu einem „gesunden“ Punkt entladen und wieder komplett geladen. So wird der Memory-Effekt vermieden.

IMG_1692Das komplette Gegenteil von einer Fernbedienung ist der Kamera-Blitz. Dieser benötigt in kurzer Zeit recht viel Energie. Daher ist es wichtig, dass der Akku die Spitzenlast liefern kann. Hier spielt der Spannungseinbruch eine wichtige Rolle. Dieser kam bei früheren Akkus vor, sodass die Zelle noch nicht erschöpft war, aber durch die niedrige Spannung nicht genug Energie gezogen werden konnte. Moderne Akkus verhalten sich wie gute Batterien und haben fast bis zur kompletten Entladung die ursprüngliche Spannung.

Erfahrungen im Blitz: Da mein Blitz (Speedlite 430 EX) nicht regelmäßig zum Einsatz kommt, verbleiben die Akkus oft längere Zeit im Gerät. Vor einem Einsatz prüfe ich mit der „manuell-Taste“ ob die Akkus noch genügen Ladung besitzen. Der manuelle Blitz wird mit der höchsten Leistung abgefeuert und man kann anhand der roten-LED feststellen, wie schnell der interne Kondensator wieder geladen ist. Ist der Zeitraum kleiner 2 Sekunden sind die Akkus noch gut, sollte der Zeitraum größer werden, werden die Akkus getauscht. Ich verwende beim Laden immer den „discharge“ Modus, so stelle ich sicher, das die Akkus länger leben.

IMG_1691Ich habe vor 4 Jahren ca. 20 Akkus gekauft, diese sind bis heute im Einsatz, durch die Anzeige der geladenen mAh des Ladegerätes kann man sehr gut nachvollziehen, wie sich die Kapazität der Akkus verringert. Bisher haben noch alle Akkus ca. 80% der ursprünglichen Kapazität. Daher gehe ich davon aus, dass ich die Akkus mindestens 5 weitere Jahre ohne Probleme verwenden kann.

Verfügbare Akkus: Als ich mir die Akkus zugelegt habe, gab es nur die eneloops in Weiß. Mittlerweile gibt es drei verschiedene Sorten. Die „normalen“ mit einer Kapazität von 2000 mAh bei einer AA-Zelle (Amazon-Link) und 800 mAh Stunden bei einer AAA-Zelle (Amazon-Link). Wichtig ist hierbei, dass die Restladung nach 5 Jahren 70% nicht unterschreitet. Gerade bei längerer Lagerung ist dies sehr wichtig. Die Anzahl der Ladezyklen wird mit 2100 angegeben.

eneloop-proNeu sind die eneloop pro Zellen. Diese sind speziell für große Verbraucher gebaut worden, die Kapazität ist mit 2550 mAh bei AA (Amazon-Link) und 950 mAh bei AAA-Zellen (Amazon-Link) angegeben. Hier ist aber die Selbstentladung wesentlich hoher, sodass nach einem Jahr ca. 85% verbleiben. Dafür ist der Spitzenstrom sehr hoch und gerade bei Blitzgeräten kann damit eine hohe Rate erzielt werden.

Der eneloop lite Akku besitzt eine geringere Kapazität, nur 1000 mAh bei AA (Amazon-Link) und 600 mAh bei AAA (Amazon-Link), kann aber bis zu 3000 mal wieder geladen werden. Gerade für Fernbedienungen und (Funk-) Uhren ist die lite-Zelle eine ideale Lösung.

Kostenrechnung: Bei einem Blitzgerät sollten gute Batterien eingesetzt werden. Als Vergleich für die Kostenrechnung führe ich die Duracell Plus Power Batterien an. (Amazon-Link) Diese kosten pro Stück ca. 60 Cent. Eine eneloop pro (Amazon-Link) kostet 3,50 €. Bereits nach dem 6. Austausch rechnet sich der Akku.

Bei Fernbedienungen kann eine ähnliche Kostenrechnung gemacht werden. Natürlich muss das Ladegerät auch einbezogen werden. Dieses amortisiert sich aber auch recht schnell.

Technoline-BC70Ladegerät: Wichtig für eine lange Lebensdauer der Akkus ist ein Ladegerät, dass nicht alle angeschlossenen Akkus gemeinsam lädt, sonder jeden individuell kontrolliert. Ich verwende das Technoline BC 700 (Amazon-Link). Hiermit kann man 4 Akkus gleichzeitig laden, entladen, testen und refreshen. Auch werden die Spannung, der Strom und die geladene Kapazität für jeden einzelnen Akku auf dem Display angezeigt.

Fazit: Nicht nur für den Geldbeutel ist es sinnvoll Akkus zu verwenden, auch für die Umwelt ist es ein großer Vorteil. Ich weiß selbst, dass die Verlockung bei Ikea & Co. groß ist, die billigen Batterien an der Kasse mit in den Warenkorb zu legen und dann bei Bedarf zu benutzen. Doch auf Dauer fahrt Ihr und die Umwelt mit Akkus einfach besser. Also beim nächsten Wechsel einfach daran denken und umsteigen!

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12 Comments

  • Elke

    17. April 2016

    Hallo, ich will mir jetzt neue Akkus für meinen Canon Speedlite Blitz kaufen. Ganz klar ist mir nun nach den Berichten aber noch nicht, ob es besser die weißen eneloop sein sollten oder die schwarzen eneloop pro. Was ist Deine/Eure Empfehlung? Vielen Dank aus Berlin!

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    • Sebastian

      Sebastian

      17. April 2016

      Hallo Elke,
      Wenn Du professionell unterwegs bist und Du deinen Blitz bis ans Maximum forderst, dann bringen Dir die schwarzen eneloops etwas mehr Power. Dadurch ist dein Blitz schneller wieder geladen und kann feuern. Wenn Du aber eher ab und zu mal ein Bild mit Blitz machst, dann hast Du mehr von den weißen eneloops. Die höhere Leistung der schwarzen geht auch zu Kosten der Lebenszeit. Das bedeutet, dass die weißen eneloops mehr Ladezyklen mitmachen als die schwarzen.

      Ich hoffe ich konnte dir damit helfen, falls Du noch Fragen hast einfach posten ;-)

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  • gue

    1. Juli 2015

    Also die weißen eneloops für max. 10€ pro 4er-Packung (in größeren Packungen manchmal auch etwas günstiger zu haben) finde ich preislich fair – ich kann mir nämlich kaum vorstellen das die Amazon-Akkus bei der Lebensdauer mithalten können, ich habe nämlich auch eneloop-Klone von einem anderen Hersteller aber die lassen schon langsam mit der Kapazität nach und entladen sich auch merklich schneller von selbst als die Originalen!

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    • Sebastian

      Sebastian

      1. Juli 2015

      Hallo gue,
      da schließe ich mich an, bei der Lebensdauer der eneloops musst Du warscheinlich erst wieder in ca. 10 Jahren über neue Akkus nachdenken. Daher lohnt sich der Preisunterschied wahrscheinlich. Leider liegen mir keine Langzeiterfahrungen mit den Amazon Basic Akkus vor. Ich werde die Tage mal welche bestellen und testen!

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      • vik

        13. Juli 2015

        Guten Morgen zusammen,

        hab mir je acht der eneloops der vierten Generation bestellt und geliefert bekommen.
        Darf ich diese gleich nutzen oder muss ich sie erst mit dem BC 700 laden. In der Beschreibung der Akkus steht, dass diese vorgeladen und ready to use sind. Kann es sein, dass Aufgrund der Lagerung beim Hersteller, Transport zum Verkäufer, Lagerung beim Verkäufer und Transport zu mir, die Akkus schon teilweise entladen sind?

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        • Sebastian

          Sebastian

          13. Juli 2015

          Guten Morgen,
          Du kannst die Akkus direkt verwenden, falls die Akkus länger als 2 Jahre gelagert haben würde ich sie vorher nachladen, das wird aber nicht der Fall sein. Viel Spaß damit!

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    • vik

      2. Juli 2015

      Guten Morgen Sebastian,

      habe eine Frage zum Technoline BC 700, kannst du das Gerät uneingeschränkt empfehlen? Die negativen Rezensionen bei amazon sehen auf den ersten Blick glaubwürdig aus und für einen Laien, wie mich, ziemlich abschreckend.

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      • Sebastian

        Sebastian

        2. Juli 2015

        Hallo vik,

        wie oben erwähnt verwende ich das Gerät selbst. Ich habe aber auch keine Erfahrung mit anderen Geräten gemacht. Ich kann nichts negatives über das Ladegerät sagen, eigentlich nur gutes. Man kann jeden Akku einzeln steuern (Laden, entladen, refresh und testen). Dazu sieht man die aktuelle Spannung, den Strom und auch die geladene Energie in mAh. Warm wird das Gerät bei mir auch nicht. Daher kann ich es ohne Einschränkungen empfehlen.

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        • vik

          2. Juli 2015

          supi, danke

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  • Sebastian

    Sebastian

    1. Juli 2015

    Hallo,
    vielen Dank für die positive Rückmeldung. Leider sind die eneloops wirklich sehr teuer. Alternativ könntest Du auf die Amazon Basic Akkus zurückgreifen.

    Diese gibt es auch wie die eneloops in zwei unterschiedlichen Ausführungen:

    2500 mAh mit max. 500 Ladezyklen (AA-Zelle) und 2000 mAh mit max. 1000 Ladezyklen (AA-Zelle).

    Ich selbst habe die Akkus von Amazon noch nicht getestet, kannst aber gerne berichten!

    Ich versuche mal Kontakt mit Sanyo (bzw. mittlerweile Panasonic) aufzunehmen, evtl. bekommen wir für unseren Blog einen Gutschein, ich denke, dass dies aber schwer werden wird.

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  • vik

    1. Juli 2015

    Hallo,

    vielen Dank für diesen tollen Bericht, bin fleißiger Leser und habe mich entschieden auch auf Akkus umzustellen.

    Ist mit einem Rabatt seitens Sanyo in nächster Zeit zu rechnen? Du Akkus sind doch ein wenig teuer in der Anschaffung.

    Macht weiter so.

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  • gue

    29. Juni 2015

    Ich verwende auch schon seit mehr als 6 Jahren nur mehr eneloops und zum Thema tiefentladen kann ich nur bestätigen das es den eneloops nichts ausmacht! Wir finden z.B. in Taschenlampen, Wii-Fernbedienungen, Kinderspielzeug etc. immer wieder eneloops die schon vor Monaten komplett auf Null ausgesaugt wurden (weil die Kinder aufs Ausschalten vergessen haben oder die Wii-Steuerung so in die Lade geworfen wurde das ein Knopf gedrückt blieb…). Ich verwende die eneloops sogar in den Fernbedienungen da sie sich ja eigentlich nicht selbst entladen oft ca. 2 Jahre lang. Ich musste noch keine einzige Zelle (der ca. 40-50 Stk.) wegen Schwächeerscheinung austauschen. Das gilt auch für die kleinen AAA-Zellen (z.B. für die PMR-Funkgeräte). Als Ladegerät verwende ich inzwischen das Voltcraft CM420 und bin sehr zufrieden damit. Entladen tu ich die Akkus übrigens nie weil das ist bei den eneloops (so wie bei den meisten normalen NiMH theoretisch auch) absolut nicht nötig. Ich habe kürzlich meine ersten eneloops wieder aufgeladen (sind beschriftet): Es gingen noch immer ca. 2100mAh rein – macht ca. 1800mAh zum rausholen (der Rest ist normaler Ladeverlust durch Wärme) – auch nach Jahren also noch fast wie am ersten Tag :-)
    Absolute Kaufempfehlung!

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