Mit der Apple Watch technisch einen Laufschritt voraus

„Sitzen ist der neue Krebs“. Dieses Zitat hat Apple-Chef Tim Cook gebracht, als er Journalisten erzählt hat, wie die neue Apple Watch sein Leben veränderte. In einem Meeting soll die Uhr ihn daran erinnert haben, dass er seit mehr als einer Stunde sitzt. Schlecht für die Gesundheit, daher musste er aufstehen. Die Apple Watch als digitaler Aufpasser. Wenn im April die Smartwatch auf den Markt kommt, soll sie aber mehr können als nur die Uhrzeit zum Fitnesslauf anzeigen und piepsen, wenn wir das Sitzfleisch Überstrapazieren.

Was das Apfelprodukt gegenüber anderen Produkten, die bereits auf dem Markt sind, voraus hat, wird klar, wer sich damals von unpraktischen Mp3-Playern zu Gunsten eines iPods verabschiedet hat. Das Spracherkennungsprogramm Siri wird auf der Uhr einen noch höheren Stellenwert bekommen. Vor allem beim Sport und in Sachen Fitnessdaten wird das kleine Touchpad zur Nebensache. Das Messen des Aktivitätslevels und neue Sportergebnisse ansehen erfolgt nebenbei, während die Laufstrecke beackert wird. Vermutlich ist es diese Einfachheit gepaart mit Stil, die Apple dann den anderen Herstellern wieder mal voraus haben wird.

Spannend wird es dann, wenn klar wird, welche Firmen welche Anwendungen für die Uhr bereitstellen. Diese sogenannten Third-Party-Anwendungen in Form von Apps waren schon jeher der eigentliche Nutzbringer auf den Geräten. Dafür hat der Konzern aus Cupertino aktuell noch einmal die Entwickler zu sich bestellt, damit an dieser Front keine Klagen kommen. Apple musste bereits zentrale Funktionen zurückstellen. Blutdruckmessungen und Stresssensoren haben sich im Probelauf als zu komplex für die Technik erwiesen, weshalb lieber ganz darauf verzichtet wird. Vermutet wird auch, dass einiges nicht mal für Apple datenschutzkonform gewesen ist. Außerdem fehlen valide Testdaten, da jeder Nutzer mit anderen Gelenkformen, Behaarungsgraden und Hauteigenschaften standardisierte Anwendungen erheblich erschwert.

Wie die Uhr am Ende aussehen wird ist bisher ebenso unsicher. Zwar wurden Prototypen zusammen mit dem neuen iPhone 6 vorgestellt. Doch es gibt Annahmen, dass Apple zu dem rechteckigen Design auch eine Designer-Variante für Nicht-Sportler einführen wird. Diese soll ein rundes Metallgehäuse aus Edelstahl besitzen, aber ansonsten ähnlich ausfallen. Ich persönlich bin sehr gespannt mit dem Sportmodell zu testen, ob die ständige Präsenz meines Pulses, meiner Körpertemperatur, des Luftdrucks, der Temperatur und des Kalorienverbrauchs Einfluss auf meine Sportmotivation haben wird. Der integrierte 8 GB Flashspeicher mit meiner Musik wird am Ende sicher den größten Schub geben.

Bisher haben die Wearables, zu denen Smartuhren zählen, noch nicht den Alltag der Massen erreicht, geschweige denn verändert. Doch wenn Apple (wieder mal) besser wird, als das, was es bisher schon an guten Produkten auf dem Markt gibt, dann freut sich auch der Skeptiker, der bisher gar keine Uhr am Handgelenk trägt. Gespannt bin ich auch auf den Bezahldienst Apple Pay, der sich am Handgelenk mutmaßlich schneller durchsetzen wird, als auf anderen Geräten in Hand- und Hosentasche.

Bildrechte: Flickr applewatch I Ged Carroll I CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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