Amazon Fire TV mit Gamecontroller im Test und im Vergleich gegenüber dem Apple TV

Nun ist die kleine Streaming Box Fire TV (Link) auch in Deutschland verfügbar und ich habe mir die Box genauer angeschaut und sage euch ob sich ein Kauf auch gegenüber dem Apple TV lohnt.

Zum Lieferumfang gehört neben dem eigentlichen Fire TV eine gummierte und wirklich gut in der Hand liegende Fernbedienung mit eingebautem Mikrofon für die Spracherkennung.

An Anschlüssen ist alles vorhanden was man so benötigt. HDMI, Optisches Audio, 10/100 Ethernet und 1 USB 2.0 Port. Für die Kabellose Kommunikation ist WLAN mit 802.11a/b/g/n und Bluetooth 4.0 vorhanden, wovon letzteres für den Gamecontroller (Link) benötigt wird.

Ansonsten ist der Fire TV eine kleine schwarze Kiste, die mit 38,3 mm x 139,9 mm x 16,1 mm im Wohnzimmer genauso wenig auffällt, wie ein Apple TV.

Was aber mir im Gegensatz zu meinem Apple TV direkt positiv aufgefallen ist, das ist die Geschwindigkeit. Der Quad-Core-Prozessor (Qualcomm Krait 300, mit 1,7 GHz) und die verbauten 2 Gigabyte Arbeitsspeicher (LPDDR2 @ 533 MHz) sorgen für eine sehr schnelle Reaktionszeit etwa beim navigieren durch die Menüs. Da man aber auf dem Fire TV auch Apps also auch Spiele installieren kann, wird die Leistung natürlich auch benötigt, aber zu den Spielen kommen wir später.

Nach dem ersten Einschalten erklärt ein Assistent die Grundfunktionen vom Fire TV und dieser lässt sich jederzeit in der Hilfe erneut aufrufen und es gibt dort auch weitere Videos zur Unterstützung. Die Fernbedienung verfügt über ein integriertes Mikrofon, sodass man einfach und bequem nach Serien, Filmen, Schauspielern, Regisseuren und Genres und auch nach Apps suchen kann und dieses funktioniert auch bei Umgebungsgeräuschen wirklich sehr gut.

Die eigentliche Aufgabe Inhalte in 1080p auf den Fernseher zu liefern, meistert der Fire TV auf den verschiedensten Wegen wirklich einwandfrei. Als Amazon Prime Kunde welches fast schon eine Voraussetzung für den Fire TV ist, kann man natürlich auf alle Prime Instant Video Inhalte zugreifen die Aufbereitung der einzelnen Menüs ist verständlich und gut umgesetzt. Hier wird deutlich besser zwischen Prime Inhalten (im Prime Abo inkl.) und Filmen oder Serien per Einzelabruf (gegen extra Bezahlung) unterschieden, als es in etwa den iOS Apps der Fall ist.

Was hier bzw. generell bei Amazon fehlt, sind verschiedene Personalisierte Profile und somit auch eine vernünftige Kindersicherung. Das ist aber weniger ein Fire TV, als mehr ein Amazon Prime Thema und hier haben Netflix und Watchever ganz klar die Nase vorn, aber die haben leider keine eigene Box am Start.

Wer seine eigenen Fotos und Videos im Amazon Cloud Drive ablegt, kann auf diese natürlich auch vom Fire TV bequem aufrufen. Per App kann man aber auch auf bekannten Portale wie etwa Youtube, Vimeo, Picasa, oder SmigMug zugreifen.

Aber auch lokale Mediendateien kann man etwa von seinem Plex Server auf dem Fire TV konsumieren, wie es auch mit ein bisschen Mühe beim Apple TV der Fall ist. Wer möchte kann per Root auch XBMC installieren, oder den bis dato sinnlosen USB Port dazu bringen, Medien direkt abzuspielen.

Eine Übersicht aktuell verfügbarer Apps und Spiele findet man auf der passenden Amazon Informationsseite und von dort aus, kann man natürlich auch die Apps und Spiele direkt kaufen bzw. laden. Am Fire TV muss man nur noch unter Einstellungen > Mein Konto die Synchronisierung starten, damit die Apps installiert werden.

Wo man gerade in den Einstellungen ist, sollte man unter Anwendungen die Funktion App-Nutzungsdaten sammeln deaktivieren. Hiermit würde an Amazon gemeldet, wann und wie oft man welche App verwendet wurde und darauf kann man getrost verzichten. Weiterhin lassen sich dort auch die Navigationstöne abschalten, welche bei mir ein leichtes knacken verursacht haben.

Was die Apps angeht, so sind die Öffentlich Rechtlichen also ARD, BR, ZDF und Arte mit ihren Mediatheken auch auf dem Fire TV vertreten und Spotify gibt sich neben Bild, Spiegel TV und Red Bull auch die Ehre.

Was andere Video Streaming Dienste auf dem Fire TV angeht, so steckt Amazon hier natürlich in einer kleinen Zwickmühle, denn Amazon will nunmal mit seinem Prime Instant Video und nicht nur mit dem Fire TV alleine Geld verdienen. Daher sind die großen Anbieter wie Maxdome, Watchever und der gerade erst in Deutschland gestartete Video Streaming Dienst Netflix klar Konkurrenten und werden auf der eigenen Hardware nur sehr ungern gesehen.

Auf der eigenen Produktseite vom Fire TV ist zumindest Maxdome bereits als demnächst verfügbar deklariert. Netflix ist zwar als App noch nicht auf dem Fire TV zu finden, aber der Anbieter hat wiederum auf seiner eigenen FAQ bereits einen passenden Eintrag und somit dürfte es nicht mehr lange dauern, bis auch Netflix verfügbar ist.

Fire TV ersetzt keine Spielekonsole und das alleine schon von seiner Leistung her und das liegt natürlich auch an der Auswahl hochwertiger Titel. Aber Playstation oder Xbox Konkurrenz zu machen ist auch so nicht geplant, denn hier steht der kleine Zeitvertreib für Zwischendurch im Vordergrund, wie es auch bei der Umsetzung Apple TV und iOS Gerät per AirPlay der Fall ist.

Ich habe die beiden kostenlosen Spiele Riptide GP2 und Asphalt 8: Airborne gespielt und war durchaus zufrieden. Hier hat nichts geruckelt und die Grafik war auf meinem 48 Zoll Sony BRAVIA KDL-48W605BBAEP vollkommen in Ordnung und die Bedienung per Controller find ich deutlich angenehmer als beim Apple TV ein iPhone oder iPad zu verwenden.

Außerdem ist bei unter iOS nicht so einfach, Spiele zu finden die Apples AirPlay (nicht die reine Bildschirm Synchronisation) auch richtig unterstützen. Das mit dem Fire TV und Android deutlich besser umgesetzt.

Amazon bietet von Haus aus direkt für 39,99€ einen eigenen Gamecontroller (Link) an, welcher Kabellos per Bluetooth kommuniziert und mit 2 AA Batterien bis zu 55 Stunden Spielspaß ermöglichen soll. Der Controller ist gut verarbeitet und trägt mit seinen 277 Gramm auch nicht dick auf. Ich bin aber kein Konsolenspieler und somit kann ich hier keine ernsthaften Vergleiche zu den bekannten Konsolen und deren Controllern ziehen.

Der Controller verfügt neben den 2 Joysticks und einem Navigationskreuz über 15 Tasten inkl. Multimedia Steuerung und somit kann man den Controller auch als Fernbedienung verwenden.

Die Box wird wie gesagt keine der großen Konsolen ersetzen, aber es werden noch viele Spiele in den nächsten Wochen und Monaten folgen und auch Gameloft, Sega und Ubisoft sind mit eigenen Titeln bereits vertreten. Per Filterfunktion kann man sich übrigens bequem nur die Spiele anzeigen lassen, die den Controller unterstützen. Eine Multiplayer Funktion ermöglicht es auch mit bis zu 4 Controllern gleichzeitig zu spielen.

Ist der Fire TV nun besser als ein Apple TV ? nun ja das hängt als erstes von den eigenen Vorstellungen ab, was man mit einer Streaming Box so alles machen will. Selbst der Apple TV in der 3 Generation ist schon etwas in die Jahre gekommen (März 2012) und somit hingt der Hardwarevergleich von Amazon doch ein kleines bisschen.

Genau wie bei den Smartphones und Tablets unterscheidet sich iOS und Android in der nun ja, nennen wir es mal Freiheit und somit gibt Apple vor, was auf dem Apple TV installiert ist und was nicht.

Ein AppStore ist nicht vorhanden und um etwa das Mediacenter Plex ans Laufen zu bekommen, muss zwar kein Jailbreak mehr vorhanden sein, aber ein bisschen Technisches Verständnis benötigt man selbst bei meiner einfachen Schritt für Schritt Anleitung. Hier zeigt sich zumindest aktuell der große Vorteil vom Fire TV, denn Apps nachrüsten ist mit einem Klick erledigt.

Wer also gerne Inhalte der großen Video Streaming Anbieter wie Maxdome, Netflix Amazon und Watchever auf dem Fernseher konsumieren und einfache Spiele zocken will, fährt mit dem Fire TV deutlich besser. Ach ja Musik per Spotify, Amazon Music oder TuneIn zu streamen,  ist natürlich auch auf dem Fire TV kein Problem.

Abgesehen von der aktuellen Liefersituation des Fire TV (frühestens Januar 2015) ist die kleine Box eine Kaufempfehlung und ich würde sie dem Apple TV vorziehen. Zwar kann ich dann nicht „mal eben“ Fotos und Videos per AirPlay auf dem Fernseher zeigen, aber für die paar mal im Jahr, täte es auch ein passendes Lightning auf HDMI Kabel (Link).

Update:

Eigene Bilder und Videos kann man einfach ins Amazon Cloud Drive hochladen und diese erscheinen dann direkt auf dem Fire TV unter Fotos. Für Windows und Mac gibt es leider noch keine Software und der Upload muss daher per Browser erfolgen, aber für iOSAndroid und Windows Phone gibt es zumindest eine kostenlose App.

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2 Comments

  • Basti

    26. September 2014

    Schner Artikel, danke.
    Die Fotos knnen leider wirklich nicht "mal eben", allerdings via Plex von einem Netzwerkspeicher angezeigt werden.

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    • Marc Broch

      Marc Broch

      26. September 2014

      Hallo Basti, also Plex ist ist in fast allen Situationen die Eierlegenden Wollmilchsau, weil es locker etwa auf dem Mac die Datenbanken von iTunes, iPhoto oder Aperture einbinden kann. Aber man kann auch Bilder auf http://www.amazon.com/clouddrive hochladen und die werden auf dem Fire TV angezeigt. Siehe dazu das Update im Beitrag. Viele Grüße Marc

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